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Musica Tres Culturas – Musica Andalusi



Die islamische Herrschaft von 711 bis 1494 in Andalusien bewirkte ein Zusammenleben von Mohammedanern, Christen und Juden, das eine erstaunliche wirtschaftliche und kulturelle Blüte hervorbrachte. Vielfach wird diese Zeit als „convivencia“, als ein Modell friedlichen Zusammenlebens dreier Kulturen angesehen. Das alte „Al-Andalus“ war jedoch keine vorbildliche multikulturelle Gesellschaft. Dennoch war die islamische Herrschaft für die damalige Zeit tolerant. Die arabische Kultur war ohne Zweifel der spanischen überlegen, Lesen und Schreiben war an der Tagesordnung. Juden und Christen waren davon fasziniert, sie nahmen am wirtschaftlichen Aufschwung teil und stiegen zu hohen Ämtern auf.

Im 11. Jh. begann der „Heilige Krieg“, die Reconquista. “Al-Andalus“ zerfiel in kleinere Königreiche, es herrschten die fundamentalistischen Almohaden und viele Christen flohen in bereits zurückeroberte Gebiete. An den christlichen Fürstenhöfen in Nordspanien und Frankreich wurden arabische „Singsklavinnen“ gehalten, der Minnegesang konnte auf diese Art kultiviert werden.

1492 fiel Granada und das spannungsvolle, aber fruchtbare Zusammenwirken der Kulturen hatte ein Ende. Muslime und Sepharden (spanische Juden) litten unter christlichem Terror und wurden vertrieben. Die Araber kultivierten die andalusische Musik in Nordafrika stetig weiter, und die sephardische Musik verbreitete sich über den ganzen Mittelmeerraum.

Die Sänger sind traditionsgemäß zumeist Frauen, die während der Hausarbeit singen. Diese Lieder sind normalerweise unbegleitet. Es gibt keine Harmonien. Tamburins und andere Perkussionsinstrumente werden zuweilen, besonders bei Hochzeitsliedern verwendet. Zusätzlich begleiten werden die Lieder von der Oud (orientalische Kurzhalslaute)- und Kanun (orientalische Zither) begleitet. Heutige Interpreten beziehen zahllose weitere importierte Instrumente mit ein.

Als Schlüsselfigur der andalusi-Musik gilt "Ziryab" ( Abul-Hasan Alí Ibn Nafí). Im 9.Jh. kam er aus dem Irak nach Cordoba, wo er selbst als Sänger auftrat und eine Musikschule gründete. Er erfand zudem die fünfte Seite der Oud-Laute und reformierte die damalige Mode, Einrichtung und Küche .

Heute bemühen sich Musiker auf der ganzen Welt, die Musik des alten Al Andalus und seine Spuren in der Musikgeschichte zu entdecken. Die Rückbesinnung auf die christlich-jüdisch-islamischen Wurzeln ist vor allem für spanische Musiker eine wichtige Frage der eigenen kulturellen Identität.
www.musicasdelmundo.org/article.php?story=20030724041124974


LUIS DELGADO, Jahrgang 1956, ist einer der wichtigsten und bekanntesten Interpreten dieser Musikgattung. Mit 14 Jahren gab er sein erstes Konzert, und seitdem hat er in verschiedenen Formationen sehr unterschiedlicher Musikrichtungen gespielt, es gab Tourneen durch die Vereinigten Staaten, Europa und arabische Länder.
Aktuell ist er im „Quarteto Medieval de Urueña“ aktiv. Er komponierte Filmmusik und ist seit einigen Jahren musikalischer Berater und Komponist für das Planetarium in Madrid.

Luis Delgado ist zudem Sammler akustischer Instrumente, die im „Museo de la Música, Collección Luis Delgado“ in Urueña bei Valladolid ausgestellt sind.

www.luisdelgado.net/museo.htm

Für weitere Informationen besuchen Sie die website des Künstlers.

www.luisdelgado.net


Neue CD und DVD der Künstlerin: "La Danza del Alma" (2008)

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Foto von Rosa Zaragoza zur Verfügung gestellt

ROSA ZARAGOZA wurde bekannt, als sie Ende der 80-er Jahre die verloren geglaubten Hochzeitslieder der katalanischen Juden entdeckte. Ihr Repertoire besteht hauptsächlich aus sephardischen Liedern, Balladen, Romanzen und Hochzeitsliedern. Die Texte werden in der sephardischen Sprache (Ladino) vorgetragen. Später erweiterte sie ihr Repertoire mit Liedern aus der arabischen und christlichen Welt.
Mit ihrer unverwechselbaren Stimme und beeindruckenden Bühnenpräsenz lässt Rosa Zaragoza die musikalische Tradition von „Al Andaluz“ in behutsamer Aktualisierung aufleben.

Für mehr Informationen besuchen Sie die website der Künstlerin : www.rosazaragoza.org

Sehen Sie auch das Video von Rosa Zaragoza, beim II Festival Tres Culturas, Frigiliana


Das Ensemble Ibn Báya besteht aus spanischen ( Eduardo Paniagua) und marrokanischen Musikern ( Omar Metioui). Sie interpretieren mittelalterliche Musik arabischen Ursprungs mit traditionellen Instrumenten und originalen Texten, Nubas (Rhythmusfolgen) und der religiösen Sufi-Andalusi-Musik auf zeitgenössische Art.
Der Name leitet sich von Ibn Báya ab (Avempace), Zaragoza 1070 – Fez 1130, der sowohl in Spanien als auch in Marokko lebte und einer der wichtigsten islamischen Philosophen war (siehe zu diesem Thema auch: www.wikipedia.org/wiki/Islamische_Philosophie).


Tarik & Julia Banzi und das “Al-Andalus-Ensemble” vereinen in Ihrer Musik arabische, spanische, jüdische, afrikanische und Jazz-Elemente. Die Gruppe wurde bereits 1987 gegründet von:
Tarik Banzi, Oud, Percussion., gebürtig aus Tetouan (Marokko), lebte lange in Spanien und wirkte u.a. bei Paco de Lucia und Manolo Sanlucar mit. Er gehörte zu den Gründungsmitgliedern von Radio Tarifa. Julia Banzi, aus Colorado (USA), Gitarre, Percussion, studierte Ethnomusik und gehört zu den wenigen weiblichen Gitarristinnen. Beide leben und arbeiten zur Zeit in Tanger.
Später dazugekommen sind : Virtudes Sanchez-Moreno, Gesang, aus Conil de la Frontera, Noureddine Chekara, Geige und Gesang – ein bekannter marrokanischer Musiker, Maria Jose Franco, Tanz, aus Cadiz.

“The music of Tarik & Julia Banzi with their ensemble Al-Andalus is a fusion of folkloric beauty and contemporary tension epitomizing our situation in the modern world. Forging a new music that challenges traditionalists and leaves the adventurous wanting more, the Banzi's have given a holistic treatment to the oldest, continuous tradition of art music, the extraordinary Andalusian heritage. Not since multi-cultural, medieval al-Andalus (c.711-1492 a.d.) have casidas, noubas, cantigas, Andalusian and flamenco dance merged together with Judeo-Spanish, ladino songs to combine as living, breathing art forms. The evocative lyricism the Banzi's achieve in a pas de deux, where the beauty of Tarik's oud plays off of Julia's guitar, where the fierce power of Virtudes vocals and sweetness of Rasgui's ney bounce off a long, bowed violin line of Chekara underscored by arpeggiated harmonies of the guitar and punctuated by the darbuka; these are the moments that made Tark and Julia Banzi catalysts for new music, creators rather than players ...”
weiter: www.andalus.com

Zahlreiche Hörbeispiele finden Sie hier: www.sonicbids.com/epk/epk.asp?epk_id=64501


MEDITERRÁNEA

Eine weitere Formation, die mittelalterliche andalusische Musik interpretieren, sind Mediterranea aus Sevilla. In der musikalischen Inszenierung "La mujer y la música de al-Andalus" werden traditionelle arabische, sephardische und christliche Lieder interpretiert, in dem Gesang und Tanz verbunden werden. Es werden außerdem mehr als 20 traditionelle, historische Instrumente eingesetzt.
Mediterránea waren schon auf vielen Festivals zu sehen, auch in Conil werden Sie im Juli nochmals zu hören sein.

www.mediterranea.com.es

VIDEO


Tarifa – die südlichste Stadt Europas, als Bindeglied zu Afrika, war Namensgeber für RADIO TARIFA, die mittelalterliche und arabisch-sephardische Musik in Verbindung mit Rock- und Flamenco-Elementen zeitgenössisch aufbereiten. Die Gruppe macht nach 14-jähriger Aktivität eine Pause auf unbestimmte Zeit. Das vorerst letzte Live-Konzert fand Ende 2006 in Barcelona statt.

www.radiotarifa.com
www.flamenco-forum.de/cd-03-7-radio-tarifa.html


 

LA BANDA MORISCA ist eine 7-köpfige Gruppe aus Jerez de la Frontera. In ihrer Musik vereinen Sie Elemente aus dem Flamenco und alter andalusischer Musik. Ihr erstes Album "La Banda Morisca" wurde in einem privaten Tonstudio in Zahora aufgenommen. Beziehen kann man es hier
:xwww.elflamencovive.com

 

 

Wer sich für "Musica Andalusi" interessiert, empfehlen wir den Besuch des jährlich stattfindenden Festivals "Tres Culturas" in Frigiliana: x www.festivalfrigiliana3culturas.net

 

 

Spaniens Hymne = „Musica Andalusi“ !?

„Según un artículo de opinión el himno español tiene su origen en una nuba popular andalusí que recopiló Ibn Báya (Avempace) en el siglo XI, y ciertamente se le parece como podrán escuchar en el vínculo relacionado. No estaría pues inspirado en una marcha militar sino en un poema de amor del Al Andalus medieval.“ Weiterlesen

Hymne hören: www.webislam.com/?ida=216

 


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