

Honigmuseum bei Jerez de la Frontera
Ein herrlicher Ausflug in die Wunderwelt der Bienen
Text: Beatrice Hohler, Fotos: Roland Beysel
Erlebnis der besonderen Art: wir schlupfen in weite, grüne Hosen, ziehen weiße Oberteile mit Hut und Netz vor den Augen über, riesige Handschuhe, und große Teilnehmer bekommen sogar noch Gamaschen über Hosenbein und Schuhe: wir wären bestens gerüstet für eine Faschingsfeier, doch unser Ziel ist diesmal ein besonderer Ausflug in die Natur, mitten in den Wald, direkt in die Wunderwelt der Bienen mit ihren Bienenstöcken. Kaum wird ein Stock geöffnet, sind wir dankbar für unsere Imkermontur, denn zahllose Bienen umschwärmen uns. Gut geschützt können wir das Arbeitsleben der fleißigen Bienen hautnah erleben
Honigbienen leben in einem straff organisiertem Staat. Pro Bienenvolk gibt es jeweils eine Königin. Sie hält den Stamm zusammen, indem sie ihrem Stamm einen bestimmten Duft verleiht. Zwischen Mai und August paart sie sich gleichzeitig mit mehreren Drohnen, den männlichen Bienen, und legt dann pro Tag ca. 2000 Eier. An den herausnehmbaren Wabenrahmen können wir beobachten, wie innerhalb weniger Minuten Bienen schlüpfen. Sofort beginnen sie mit ihrem arbeitsreichen Leben, putzen sich und ihr Wabenloch..
Jeder Bienenstamm hat im Sommer etwa 50.000 bis 70.000 Arbeitsbienen, die je nach Alter genau abgestuft ihre verschiedenen Aufgaben erledigen. In den ersten 20 Lebenstagen geht es darum, innerhalb des Stockes die Wabenzellen zu putzen, die Brut zu pflegen und zu füttern, aber auch Pollen und Nektar von den Sammelbienen entgegenzunehmen. Zudem produzierten die Arbeitsbienen in dieser Zeit Wachs und bauen die Waben. Ein paar Tage lang bewachen sie den Eingang zum Bienenstock, bevor sie ab dem 20 Tag. selbst ausfliegen.



Sammelbienen sind ein besonders fleißiges Volk. Pro Tag fliegt eine Biene bis zu 30 mal aus, und besucht dabei 200 bis 300 Blüten. Um einen Liter Nektar zu sammeln, der 300 g Honig ergibt, muss eine Arbeiterbiene 20 000 mal ausfliegen. Die fleißigen Bienchen sind aber nicht nur für den Honig, sondern auch für die Bestäubung zahlreicher Pflanzen wichtig. Damit rangiert die Honigbiene hinter Schwein und Rind auf dem 3. Platz der wichtigsten Nutztiere
Als nächstes steht ein Film auf dem Programm, der nochmals eindrücklich die Arbeit der Honigbienen und die Herstellung von Honig erläutert. Wir dürfen auch gleich die verschiedenen Honigsorten probieren. Nach einer Kaffepause mit hausgemachtem Honiggepäck drehen wir sogar noch je eine Kerze aus Bienenwachs. Das süße Honigprogramm im Rancho Cortesano dauert insgesamt 3 Stunden, ein besonders interessanter und kurzweiliger Ausflug, den wir gerne wiederholen werden, vor allem wenn wieder Besuch aus der Heimat ansteht, oder wenn die mitgenommenen Honigvorräte zur Neige gehen.
Rancho Cortesano
Carretera Cortes-Cortillo, km2
Jerez
Tel: 956- 23 75 28
www.ranchocortesano.net
miel@ranchocortesano.net