

"Curro Jaramago"
Bei einem Spaziergang letzten Winter an der Flusspromenade von Chiclana fiel mir eine eine Bronze-Statue auf, die einen Mann auf einer Stuhllehne sitzend darstellte. Auf der Tafel stand: „Curro Jaramago, 30.11.1896-28.6.1959„.
Während ich mir die interessante Figur anschaute, näherte sich ein kleiner, älterer Mann mit Plastiktüten, lächelte mich an , deutete auf die Statue und sagte, dass er der Enkel dieses Herrn wäre. Ich verglich die beiden – und in der Tat, die Ähnlichkeit war erstaunlich, der gleiche Gesichtsausdruck, die Haltung, die Mütze. Ob es wirklich stimmt, werde ich wahrscheinlich nicht herausfinden, aber nun wollte ich wissen, wer Curro Jaramago aus Chiclana de la Frontera war.


Während ich mir die interessante Figur anschaute, näherte sich ein kleiner, älterer Mann mit Plastiktüten, lächelte mich an , deutete auf die Statue und sagte, dass er der Enkel dieses Herrn wäre. Ich verglich die beiden – und in der Tat, die Ähnlichkeit war erstaunlich, der gleiche Gesichtsausdruck, die Haltung, die Mütze. Ob es wirklich stimmt, werde ich wahrscheinlich nicht herausfinden, aber nun wollte ich wissen, wer Curro Jaramago aus Chiclana de la Frontera war.
D.Francisco Aragón de la Torre , genannt „Curro Jaramago“ war ein Bohemien, ein guter Beobachter mit wachem Verstand, der nie um eine Antwort verlegen war und ein „Natur-Philosoph“ der ganz besonderen Art. Mit außergewöhnlicher Schärfe gab er instinktiv unbequeme Wahrheiten kund und verunsicherte dadurch viele seiner Mitmenschen.
Er war ein großer Stierkampf und Flamenco-Fan, aber auch ein „Trunkenbold“ (borachin), der von Bar zu Bar zog, in der Hoffnung dass ihm ein Gläschen Wien spendiert wurde. Manchmal bot er als Gegenleistung an, etwas für die Bar zu besorgen (z.B. Eisblöcke) oder auf ein falsch geparktes Auto aufzupassen. Währen er trank, erzählte er gerne Witze oder machte sich zum Narren, dafür erhielt er dann von den Gästen Kleinigkeiten zu essen (meistens Reste). Sein äußere Erscheinung war „zottig“ und schmutzig, unbeholfen in seinem Gang. Er trug eine ausgebleichte Mütze, eine Jacke, die vor Fett triefte und eine Hose, deren Bund knapp unter der Brust saß – offenbar hatte der Spender eine andere Größe.
Curro lebte auf der Straße, wusch sich nicht und schlief auf Pappkartons in überdachten Hauseingängen. Eines Tages wurde er krank und die Ambulanz brachte ihn ins Krankenhaus. Dort wurde er gewaschen, vom Schmutz vieler Jahre befreit, man bettete ihn auf ein sauberes Bett und – Curro starb.
Er führte ein unbekümmertes Leben, nichts konnte ihn erschüttern, denn er hatte ja nichts zu verlieren. Ein Gläschen Wein in irgendeiner Bar und er fühlte sich als der reichste und glücklichste Mensch der Erde.
https://chiclanahoy.blogspot.com/2012/06/curro-jaramago-por-el-abuelo-chano.html
( HZ, 2011.)
Die Skulptur wurde von dem Künstler José Antonio Barberá Briones aus Chiclana geschaffen, der auch viele andere Werke geschaffen hat, die in den historischen Zentren von Städten wie Chiclana und Cádiz zu sehen sind.
Jahrelang stand die Figur mitten im Zentrum, wurde dann aber an die Flusspromenade, Alamenda del Rio versetzt.
Da die Promenade 2023 komplett neu gestaltet wurde, musste Curro wieder versetzt werden. Er steht jetzt am Plaza de España

