

Juan de Dios ("Juande")
ehemaliger langjähriger Betreiber der legendären Bar " El Adán" (1979-2003)


Man kann schon sagen, dass Juan de Dios Ramirez Marin eine lokale Persönlichkeit ist – fast jeder im Dorf kennt ihn, vor allem diejenigen die viele Jahre in seinem Lokal in der Calle Peñon Stammgast waren. Das El Adán gibt es immer noch, jedoch hat sich Juande als Wirt zurückgezogen.
Ende der 70er Jahre betrieb der bekannte spanische Sänger und Komponist Kiko Veneno eine Strand-Bar bei Fuente del Gallo.. Als die Bar Ende der Saison zumachte, entschloss er sich eine neue Kneipe in Conil aufzuziehen. Ein ehemaliges Wohnhaus in der Calle Peñon wurde umgebaut und das El Adán wurde 1979 als eines der ersten „Szene-Lokale“ (bar de copas) in Conil eröffnet (es wurde nach seinem Sohn, der so heißt, benannt). Juande kellnerte damals schon zusammen mit Kiko in der Bar. In dieser Zeit waren einige bekannte spanische Musiker dort Stammgast, und es gab auch spontane Sessions z. B. mit Camarón, Pata Negra. Als Raimundo Amador mal da war, wurde an dem Abend der ganze Tequila-Vorrat ausgetrunken, berichtet Juande. 1982, nachdem sich Kiko aus der Gastronomie zurückzog, übernahm Juande das Lokal ganz und es wurde mehr oder weniger zum Symbol für die Calle Peñon. „Ich habe mitgekriegt, wie die Bars in dieser Strasse eröffneten und manche auch bald wieder Ihre Pforten schlossen. 1984 eröffnete das El Duende, danach die Bar Sur-Oeste und viele mehr. Die Hochzeit in dieser Strasse war zwischen 1989 und 1992“ sagt Juande. In der Tat, am Wochenende wurde der Laden zum Mekka der „movida“ aus Sevilla und anderen Großstädten. Das Lokal an sich war ziemlich klein, eher eine dunkle Kellerspelunke, wo es oft nach dem süßlichen Duft von Marihuana roch, die Einrichtung in dem alten Gemäuer mit den weiss gekalkten Wänden und Holzbalkendecke war sehr karg, eine lange Holztheke, hinter der Juande wegen seiner Größe auf einer Holzkiste stand, in einer Ecke, neben den Spirituosen befand sich immer eine Vase mit frischer Petersilie, eine Hexenpuppe hing an der Wand. Getränke wurden nie auf einen Zettel geschrieben, auch wenn der Laden brechend voll war, wusste er, wer wieviel und welches Getränk jemand hatte.
Die Musik , ob Jazz, The Doors, Flamenco oder Abba , war sehr wichtig – anfangs Schallplatten, dann Kasetten und später CDs – Juande wusste immer, welche Musik er zu welcher Zeit auflegen musst, damit die Leute sich wohl fühlen und viel trinken. Jeden Abend, gegen 24 Uhr fand er sich im El Adán ein, auch im Winter bei schlechtem und kaltem Wetter, wenn keine andere Bar auf hatte – irgendjemand kam immer vorbei.
Ender der 90-er Jahre wurde das Lokal um einen Raum erweitert, eine Klima-Anlage wurde eingebaut und später durften Musikbars aus Lärmgründen nicht mehr die Türen offen lassen. Für Juande muss dies schlimm gewesen sein, denn von seinem Standort hinter der Theke konnte er die Leute auf der Strasse gut beobachten und je nachdem wer unterwegs war, legte er die entsprechende Musik au, damit der Laden voll wurde.

2003 entschloss er sich, das El Adán zu verpachten und in den „Ruhestand“ zu gehen. Die Zeiten hatten sich auch geändert, es gab mittlerweile eine große Auswahl an Nacht-Bars in Conil, die Jugend hatte andere Bedürfnisse. Nach einigen Pächter-Wechsel, wird die Bar nun von einer Freundin geführt -. Juande ist ab und zu dort anzutreffen, als Gast, vor der Theke