

"Juan Capacha""
Ein Amerikaner in Conil

Seine größte Leidenschaft waren die Menschen von Conil, in erster Linie Fischer und Bauern, die er seit den 50-er bis in die 90-er Jahre in Schwarz- Weiss in allen Lebenssituationen fotografiert hat – mit einem Blick für das Wesentliche und mit der Gabe, authentische Momente festzuhalten. Fast jede Familie in Conil besitzt Andenken-Fotos von ihm mit persönlichen Anmerkungen. Die Fotos von Juan Capacha erzählen Geschichten von früher, seine Bilder sind nicht mehr wegzudenken und eine große Bereicherung für das Kulturerbe von Conil.
„Juan Capacha“, mit richtigem Namen John Richard Adelmann (geboren 1932 in New York), war bei der amerikanischen Marine Berufssoldat, in Afrika sowie im Vietnamkrieg und dann in Rota stationiert. Er ließ sich bereits Ende der 50-er Jahre als einer der ersten Ausländer in Conil nieder. Conileños, die ihn schon aus den Anfangszeiten kennen, erzählen, dass er wohl der „guiri“ ist , der am meisten in Conil „ verliebt“ war.. Er soll jedes Mal, wenn er die Meerenge von Gibraltar mit einem Schiff durchquert hat, Flaschenpost ins Meer geworfen haben mit Botschaften für Conil, die auch angeblich angekommen sind. In Conil hat er auch sein spätere Frau, die Schwedin Siv Onger kennengelernt.
Er ist außerdem der erste Fremde, der ein apodo/mote= Spitznamen bekam: „capacha“ – einen aus Palmblättern geflochtenen Korb, den er immer mit mit seiner Kamerausrütung mit sich trug.
Eine Dauerausstellung seiner Fotos ist im Hogar del Pensionista installiert und in der Bar „Curro Jimenez“ hängen auch zahlreiche Schwarz-Weiss-Fotos von ihm. Vor ein paar Jahren hat die Stadt Conil zwei Bildbände herausgebracht „Conil en la Memoria 1+2“, wo ebenfalls sehr viele Fotos von ihm zu finden sind.
Juan Capacha lebte zuletzt abwechselnd in Conil und Madrid, Er verstarb im Mai 2015.

Fast jeder schaut diesem Mann etwas verstohlen hinterher wenn er seine Runden durch Conil dreht – kein Wunder, denn er sieht wahrlich exotisch aus – diesmal mit einem marrokanischen Djellaba gekleidet, ein Tuch um den Kopf, um den Hals eine Muschelkette und ein Palästinensertuch und sein Wahrzeichen – eine handgeflochtene Umhängetasche („capacha“). Die alten Conileños kennen diesen Mann fast alle, denn es gibt kaum eine Familie, die nicht im Besitz von wunderschönen s/w- Fotos ist, die der Amerikaner „Juan Capacha“ seit den 50er Jahren fotografiert und handschriftlich signiert hat. Die Jüngeren und Auswärtigen kennen ihn jedoch nicht