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Literatur

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... in Conil

Andalusien ist ein Land der Dichter, ein Erbe von „Al-Andalus“. Es ist jedoch auch eine Tatsache, dass fast alle Dichter erst außerhalb Andalusiens zu Ruhm gekommen sind und gelesen werden.

Juan José Poblador schreibt in seinem Buch „Conil de la Frontera“ (1983), dass Conil in der Literatur vernachlässigt und vergessen wurde, sogar von denjenigen, die in Conil geboren sind. So hat z.B. Luis Briceño Ramirez, ein „conileño“, 1940 ein Buch herausgebracht: „Amapolas y Jaramagos“ (Anekdoten und Geschichten) - jedoch taucht in dem Buch Conil kein einziges Mal auf.

Erst in den letzten Jahren besinnen sich gerade viele Jugendliche auf ihr kulturelles Erbe, es werden sogar Gedichtwettbewerbe veranstaltet. Ein Beispiel sei hier Francisco José Moreno (Anfang der 80-er Jahre, aus dem Buch „Conil de la Frontera“ von Juan José Poblador):

Viento de Levante en Conil

Y en cualqiera mañana
se salta los horizontes de tierra
y se hace el dueño del dia,
y el pueblo se hace sediento
y el mar se le olvida.
Las calles pétreas son gargantas secas
cuando su polvo llega.
¡Cerra ojos! ¡Cerrad puertas!
El viento calcinado y viejo
sus danzas rudas comienza.
Te golpea con su risa de lleno,
mientras con la basura juega,
hace gemir las ramas,
enfurece puertas y almas
y tal como viene....
... se aleja


José Luis Rubio
"
Migajas Ardientes"
(Collección Azahar, 2001)

José Luis Rubio, (* 1951 in Cádiz) ist Lehrer, seit 1995 Kulturabgeordneter der Stadt Conil und in vielen kulturellen Bereichen aktiv tätig. Er hat an zahlreichen Gedichtwettbewerben teilgenommen und ein paar Preise gewonnen.
Er ist Gründer der „Revista Poética Azahar“ (seit 1989). http://revistaazahar.blogspot.com.es/

"Migajas Ardientes" sind gesammelte Gedichte, geschrieben 1972, in einer Zeit kurz vor Ende der Franco-Diktatur. Diese Zeit war von Unsicherheit und Angst beherrscht, mit einem großen Verlangen nach Ausdrucks- und Versammlungsfreiheit. In den Versen ist die Liebe zum Meer, zu Cádiz zu spüren, und natürlich fehlen auch die Liebesgedichte nicht.

Von Montag bis Freitag, 20-21 Uhr ist J. L. Rubio im „Radio Juventud de Conil“ (Frequenz 107,1) mit seiner Sendung „Vientos Flamencos“ zu hören.


José Velarde Yusti

wurde 1848 in Conil als Sohn eines Arztes geboren. Er starb 1892 in Madrid, im Alter von nur 44 Jahren.
In Jerez und Cádiz studierte Velarde Medizin, später quittierte er den Militärdienst und ging nach Madrid, wo er sich dem Journalismus und der Schriftstellerei widmete. Seine ersten Werke publizierte er in spanischen und amerikanischen Illustrierten.
1887 erscheint seine" Obra Poética", 1888 das Theaterstück " Pedro el Bastardo" in Zusammenarbeit mit J. A. Cabestany.
Der spanische Schriftsteller Gabriel Celaya sagte über ihn: "Recuerdo a Núñez de Arce y a Don José Velarde, tan retóricos, sabios, tan poéticos, falsos, cuando vivía Bécquer, tan inteligente, tan pobre de adornos, tan directo, vivo.[...]".
Velarde war ein sehr umstrittener Schriftsteller, dennoch werden seine Werke im Athenäum von Madrid, neben vielen berühmten Schrifstellern aufbewahrt und sind in allen wichtigen Universitätsbibliotheken Spaniens zu finden.
Man kann sagen, dass Velarde der einzige Schriftsteller aus Conil ist, der nationalen Ruhm erlangt hat.

In Conil wurde die Straße, in der sein Geburtshaus steht, nach ihm benannt, die "Calle Velarde".

Mirando al mar, y viéndose en el río
las horas en que lo alza la marea,
al fin del pueblo, entre feraz plantío,
una casa humildísima blanquea.
(J.Velarde, aus "Alegria")

 

Ein interessanter Blog über den Dichter (spanisch): www.josevelarde.blogspot.com



Rafael Alberti
(1902 - 1999)
gehört zu den größten Lyrikern des 20. Jahrhunderts.

Seine bekanntesten Werke im deutsch-sprachigen Raum sind:

"Zu Lande und zu Wasser" (Gedichte) und "Der Verlorene Hain" , eine Erzählung in der Alberti seine Kindheits-erinnerungen in El Puerto de Santa Maria beschreibt - eine Suche nach der verlorenen Zeit..

Juan Ramon Jiménez beschreibt die Werke von Alberti : "rasch, graziös, zwischen zwei Augenschlägen" - eben andalusisch.

Besuchen Sie die offizielle Website der Rafael Alberti- Stiftung in El Puerto de Santa Maria mit vielen Infos und Audios: www.rafaelalberti.es

Lesen Sie die Kurzbiografie des Dichters

Gedichtbeispiele
(deutsch)

weitere links



Federico García Lorca
(1898-1936)

ist wahrscheinlich der international bekannteste andalusische Dichter und Romancier .
Am bekanntesten ist sein Werk: "Zigeunerromanze"

Lorca war ein vielseitiger Künstler - er arbeitete auch als Komponist und Maler. Enge Freundschaften verbanden ihn u.a. mit dem Komponisten Manuel de Falla, mit Salvador Dali und Luis Buñuel. Mit Falla zusammen organsierte Lorca 1922 das "Festival de Cante Jondo" (ursprünglicher, tiefer Flamenco-Gesangs), in diesem Zusammenhang prägte er auch das Wort "duende" im Flamenco. Er trug wesentlich dazu bei, den Flamenco wieder dem Volk näherzubringen.

Federico G. Lorca-Stiftung:
www.garcia-lorca.org

Lesen Sie auch die Kurzbiografie

"Así, pues, el duende es un poder y no un obrar, es un luchar y no un pensar. Yo he oído decir a un viejo maestro guitarrista: "El duende no está en la garganta; el duende sube por dentro desde la planta de los pies".
(García Lorca, Teoría)



Luis Cernuda
(1903 - 1963)

In den 20-er Jahren zog L. Cernuda von seinem Geburtsort Sevilla nach Madrid, wo er Mitglied der Literaturszene un der Generation 27 wurde, zu der auch F.G. Lorca gehörte. Während des Bürgerkrieges veschlug es ihn, wie viele spanische Intelellktuelle - zuerst nach England, dann U.S.A. und schließlich Mexiko, wo er sich öffentlich zu seiner Homosexualität bekannte und auch dort verstarb. Cernuda ist mit seinen Werken in der spanisch-sprachigen Welt ein Maßstab für Lyriker geworden.

"Sein Werk changiert zwischen schroffen Attacken gegen überholte Normen und zarten Hymnen auf Tulpenglanz und griechisches Ebenmaß. In dieser Auswahl werden alle Schaffensperioden erstmals repräsentativ dokumentiert, dazu Cernudas künstlerische Entwicklung von der surrealistischen Poesie bis zum Verlangen nach Aktion." Die Welt



Juan Ramón Jiménez
(1881 - 1958)

Sein Werk "Platero y Yo" ist eine der bekanntesten spanischen Prosadichtungen des 20.-ten Jahrhunderts - es ist die poetisch-traurige Lebensgeschichte eines Esels - mit viel andalusischer Atmosphäre.

Juan Ramón Jiménez-Stiftung in Moguer: www.fundacion-jrj.es

Gedichtbeispiele (deutsch/spanisch)
www.beilharz.com...

Buchtipp (Dieter Wunderlich)
www.dieterwunderlich.de...



Antonio Machado
(1875 - 1935)

gilt als einer der bedeutensten Lyriker Spaniens des zwanzigsten Jahrhunderts.

Photos und Gedichte

 

Lesen Sie einen spannenden Artikel über A. Machado von Peter Hamm   "Das Innerste ist das Universalste" 
(NZZ, 16.10.1010)  lesen

Machado

Gedichtbeispiele
(deutsch/spanisch)

Biographie und Gedichte
(spanisch)

Gedichte (spanisch)

weitere infos über Antonio Machado (spanisch)
www.abelmartin.com

Buchtipps
www.perlentaucher.de...


Einer der besten spanischen zeitgenössischen  Schriftsteller ist Antonio Muñoz Molina (geb. 1956 in Ubeda, Andalusien). Mit seinen Romanen erntete er in den 80-er Jahren viel Bewunderung aber auch Kritik.
Die Beschreibungen in seinen Werken sind oft sehr athmosphärisch und außergewöhnlich bildhaft, so dass sie den Leser unweigerlich in seinen Bann ziehen. Molina erhielt 1991 den wichtigsten spanischen Literaturpreis, er lebt heute in Granada.

Seine beiden letzten Romane sind „Sepharad“ und „Siesta mit Blanca“ (2001)



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