

Andalusische Literatur
Die andalusische Literatur ist ein faszinierendes und vielfältiges Kapitel der spanischen Literaturgeschichte, das tief in der reichen kulturellen und historischen Tradition Andalusiens verwurzelt ist.
Diese Region, die im Süden Spaniens liegt, hat im Laufe der Jahrhunderte eine Vielzahl von literarischen Strömungen hervorgebracht, die von den Einflüssen der maurischen, jüdischen und christlichen Kulturen geprägt sind.
Ein herausragendes Merkmal der andalusischen Literatur ist die Blütezeit der arabischen und jüdischen Literatur während des Mittelalters, insbesondere während der Zeit der maurischen Herrschaft. Dichter wie Ibn Zaydun und Al-u’tamid von Sevilla schufen Werke, die sowohl in der arabischen als auch in der spanischen Literatur einen bleibenden Eindruck hinterließen. Ihre Gedichte sind oft von einer tiefen Sehnsucht, Liebe und Naturverbundenheit geprägt und spiegeln die kulturelle Vielfalt der Region wider.
Mit der Rückeroberung Spaniens durch die Christen im 15. Jahrhundert erlebte die andalusische Literatur einen Wandel. Die christliche Literatur begann, sich zu etablieren, und Autoren wie Luis de Góngora und Francisco de Quevedo trugen zur Entwicklung des Barockstils bei. Góngora, der in Córdoba geboren wurde, ist bekannt für seine komplexen und kunstvollen Gedichte, die oft die Schönheit der andalusischen Landschaft und die menschliche Erfahrung thematisieren.
Im 19. und 20. Jahrhundert erlebte die andalusische Literatur eine Renaissance, die von der Romantik und dem Modernismus beeinflusst war. Autoren wie Gustavo Adolfo Bécquer und Antonio Machado schufen Werke, die die Seele Andalusiens einfingen und die tiefen Emotionen und die Melancholie der Region widerspiegelten. Bécquers Gedichte sind oft von einer romantischen Sehnsucht geprägt, während Machados Werke die Natur und die Identität Andalusiens thematisieren.
Die andalusische Literatur ist auch eng mit der Flamenco-Kultur verbunden, die in der Region verwurzelt ist. Viele Flamenco-Lieder (cante) sind poetische Texte, die Geschichten von Liebe, Leid und dem Leben im Allgemeinen erzählen. Diese Lieder sind ein wichtiger Bestandteil der andalusischen Identität und tragen zur literarischen Tradition der Region bei.
José Velarde Yusti
wurde 1848 in Conil als Sohn eines Arztes geboren. Er starb 1892 in Madrid, im Alter von nur 44 Jahren.
In Jerez und Cádiz studierte Velarde Medizin, später quittierte er den Militärdienst und ging nach Madrid, wo er sich dem Journalismus und der Schriftstellerei widmete. Seine ersten Werke publizierte er in spanischen und amerikanischen Illustrierten.
1887 erscheint seine“ Obra Poética“, 1888 das Theaterstück “ Pedro el Bastardo“ in Zusammenarbeit mit J. A. Cabestany.
Der spanische Schriftsteller Gabriel Celaya sagte über ihn: „Recuerdo a Núñez de Arce y a Don José Velarde, tan retóricos, sabios, tan poéticos, falsos, cuando vivía Bécquer, tan inteligente, tan pobre de adornos, tan directo, vivo.[…]“.
Velarde war ein sehr umstrittener Schriftsteller, dennoch werden seine Werke im Athenäum von Madrid, neben vielen berühmten Schrifstellern aufbewahrt und sind in allen wichtigen Universitätsbibliotheken Spaniens zu finden.
Man kann sagen, dass Velarde der einzige Schriftsteller aus Conil ist, der nationalen Ruhm erlangt hat.
In Conil wurde die Straße, in der sein Geburtshaus steht, nach ihm benannt, die „Calle Velarde“.
Mirando al mar, y viéndose en el río
las horas en que lo alza la marea,
al fin del pueblo, entre feraz plantío,
una casa humildísima blanquea.
(J.Velarde, aus „Alegria“)
Ein interessanter Blog über den Dichter (spanisch): www.josevelarde.blogspot.com

Juan Ramón Jiménez
(1881 in Moguer/Huelva- 1958 Puerto Rico)
Sein Werk „Platero y Yo„ ist eine der bekanntesten spanischen Prosadichtungen des 20.-ten Jahrhunderts – es ist die poetisch-traurige Lebensgeschichte eines Esels – mit viel andalusischer Atmosphäre.
Juan Ramón Jiménez-Stiftung in Moguer: www.fundacion-jrj.es
Gedichtbeispiele (deutsch/spanisch) www.beilharz.com…
Buchtipp (Dieter Wunderlich) www.dieterwunderlich.de…
Antonio Machado
(1875 – 1935)
gilt als einer der bedeutendsten Lyriker Spaniens des zwanzigsten Jahrhunderts
Rafael Alberti
1902 – 1999, El Puerto de Santa Maria), gehört zu den größten Lyrikern des 20. Jahrhunderts.
Seine bekanntesten Werke im deutsch-sprachigen Raum sind:
„Zu Lande und zu Wasser“ (Gedichte) und „Der Verlorene Hain“ , eine Erzählung in der Alberti seine Kindheitserinnerungen in El Puerto de Santa Maria beschreibt – eine Suche nach der verlorenen Zeit..
Juan Ramon Jiménez beschreibt die Werke von Alberti : „rasch, graziös, zwischen zwei Augenschlägen“ – eben andalusisch.
Besuchen Sie die offizielle Website der Rafael Alberti- Stiftung in El Puerto de Santa Maria mit vielen Infos und Audios: www.rafaelalberti.es
Antonio Machado

1875, Sevilla – 1935, Collioure
gilt als einer der bedeutendsten Lyriker Spaniens des zwanzigsten Jahrhunderts.
.Gedichtbeispiele
(deutsch/spanisch)
Biographie und Gedichte
(spanisch)
weitere infos über Antonio Machado (spanisch)
www.abelmartin.com
Buchtipps
www.perlentaucher.de..
Wanderer, es gibt keinen Weg
Alles geht und alles bleibt,
aber das Unsere ist es, vorbeizugehen,
vorbeizugehen und Wege zu machen,
Wege über das Meer.Wanderer, deine Spuren sind
der Weg, und nichts mehr;
Wanderer, es gibt keinen Weg,
man macht den Weg beim Gehen.Beim Gehen macht man den Weg,
und beim Zurückwenden des Blickes
sieht man den Pfad, den man kaum
wieder betreten wird.
Wanderer, es gibt keinen Weg,
sondern Spuren im Meer.
(Antonio Machado)
Federico Garcia Lorca (1896 - 1936)
(Quelle: Kurzbiografie) |
F.G. Lorca ist wahrscheinlich der international bekannteste andalusische Dichter und Romancier .

Am bekanntesten ist sein Werk: „Zigeunerromanze“
Lorca war ein vielseitiger Künstler – er arbeitete auch als Komponist und Maler. Enge Freundschaften verbanden ihn u.a. mit dem Komponisten Manuel de Falla, mit Salvador Dali und Luis Buñuel. Mit Falla zusammen organsierte Lorca 1922 das „Festival de Cante Jondo“ (ursprünglicher, tiefer Flamenco-Gesangs), in diesem Zusammenhang prägte er auch das Wort „duende“ im Flamenco. Er trug wesentlich dazu bei, den Flamenco wieder dem Volk näherzubringen.
Federico G. Lorca-Stiftung:
www.garcia-lorca.or
Antonio Muñoz Molina
Einer der besten und interessantesten zeitgenössischen Schriftsteller ist Antonio Muñoz Molina (geb. 1956 in Ubeda, Andalusien). Mit seinen Romanen erntete er in den 80-er Jahren viel Bewunderung aber auch Kritik.
Die Beschreibungen in seinen Werken sind oft sehr atmosphärisch und außergewöhnlich bildhaft, so dass sie den Leser unweigerlich in seinen Bann ziehen. Die wichtigsten Inspirationsquellen des Autors sind Verweise auf die Popkultur
Molina erhielt 1991 den wichtigsten spanischen Literaturpreis, er lebt heute in Granada.
Seine beiden letzten Romane sind „Sepharad“ und „Siesta mit Blanca“ (2001)
Literatur aus Conil de la Frontera
Juan José Poblador
Conil de la Frontera
(Boceto para una historia)
1983, Neuauflage in Conil erhältlich
Conil de la Frontera“Juan José Poblador (* 1930), ein bekannter spanischer Schriftsteller aus der Extremadura, der schon seit längerer Zeit in Conil lebt, hat 1983 aus Liebe zu Conil das Buch „Conil de la Frontera“ geschrieben. Er beschreibt den Ort, die Menschen, ihre Feste, Essen und Trinken, Traditionen, die Sprache – all das, was Conil zu dem macht, was es ist. Zu dem Zeitpunkt hatte Conil noch nicht seine Pforten für den Tourismus geöffnet – nun sind fast 40 Jahre seitdem vergangen, und es hat sich vieles verändert. Um so interessanter ist es, dieses liebevoll geschriebene Buch zu lesen(Boceto para una historia)
1983, Neuauflage in Conil erhältlich

José Luis Rubio,
„ Migajas Ardientes“
(Collección Azahar, 2001)
J.L. Rubio (* 1951 in Cádiz) war Lehrer, seit 1995 Kulturabgeordneter der Stadt Conil und in vielen kulturellen Bereichen aktiv tätig. Er hat an zahlreichen Gedichtwettbewerben teilgenommen und ein paar Preise gewonnen.
Er ist Gründer der „Revista Poética Azahar“ (seit 1989). http://revistaazahar.blogspot.com.es/
„Migajas Ardientes“ sind gesammelte Gedichte, geschrieben 1972, in einer Zeit kurz vor Ende der Franco-Diktatur. Diese Zeit war von Unsicherheit und Angst beherrscht, mit einem großen Verlangen nach Ausdrucks- und Versammlungsfreiheit. In den Versen ist die Liebe zum Meer, zu Cádiz zu spüren, und natürlich fehlen auch die Liebesgedichte nicht.
Más allá de los sueños(2021) , Gedichte, in denen die Farben lebendig werden, in denen die Figuren sprechen, ihre Geschichte erzählen und die Feder führen, so dass der Traum aufhört, ein Traum zu sein…
Von Montag bis Freitag, 20-21 Uhr ist J. L. Rubio im „Radio Juventud de Conil“ (Frequenz 107,1) mit seiner Sendung „Vientos Flamencos“ zu hören.
Loli Brenes
Anlässlich des Unwetters in Conil 2018 hat die Dichterin Loli Brenes aus dem Fischerviertel in Conil ein Gedicht an das Meer verfasst, das wir hier gerne mit Übersetzung veröffentlichen
Oh Meer ! Warum bist du so aufgebracht?
Du hast mir den Sand genommen, dort wo ich entlang gelaufen bin.
dort, wo ich mit dir geredet habe.
Du bist wahnsinnig geworden im Zorn, wer hat dich dazu gebracht, wer
hat dich beleidigt? Wie ein Teufel hast du an meiner Küste gewütet und
hast alles, was wir mit Mühe aufgebaut haben, zerstört.
Vielleicht bist du rebellisch geworden, mit den Menschen
deinem Feind, weil sie das Meer mit Müll und Trümmern verseuchen und
du willst beweisen, dass das niemand mit dir machen kann!
Ich will dich ruhig sehen, dass deine Wellen mich küssen,
deinen goldenen Sand sehen und den Fischen beim
schwimmen zusehen. Und das Boot, wie es langsam schaukelt.
Und die Möwen auf dem Bug. Und beobachten, wie die Fischer ihre Netze auswerfen.
Seid nicht böse mein Meer, durch dein kristallklares Wasser
möchte ich schwimmen, und mich von deinen Wellen streicheln lassen.
Werde nicht mehr so rebellisch, ich will an deiner Küste entlang laufen
und mich von deinen Wellen küssen lassen.