

Francisco Alba
Gründer des Restaurants "Francisco La Fontanilla"

Beim Frühstück (Cafe und Tostada) im Restaurant „Francisco La Fontanilla“„ hatte ich die Gelegenheit mit Francisco aus seinem Leben zu plaudern.
Er wurde 1934 als Sohn einer Bauernfamilie in Conil geboren. „La vida era dura“ (Das Leben war hart), betonte er gleich zu Anfang. Um Geld für die Familie zu verdienen, arbeitete sein Vater in den 30-er Jahren beim Bau / Asphaltierung der heutigen Nationalstraße (N340) und starb leider sehr früh.

Francisco ging zum Militär und lernte nach seiner Rückkehr nach Conil, Antonia Rubio, eine von vier Schwestern deren Familie am Fontanilla Strand eine kleine „chosa“ Hütte mit Reetdach ihr Eigen nannten und neben der Fischerei auch Gemüse anbauten. Im Jahr 1961 heirateten die beiden.
Da zu dieser Zeit noch die Fischerboote an diesem Strand lagen, kam Francisco und sein Schwager Pedro 1964 auf die Idee eine kleine Bar zu betreiben, wo die Fischer nach getaner Arbeit etwas trinken und essen konnten. Hier wurden Netze geflickt, Esel wurden mit fangfrischem Fisch beladen und zum Markt in das Dorf gebracht, gefeiert wurde auch viel. Die Bar wurde zu einem festen Stützpunkt für die Fischer und später auch für die ersten Touristen, die nach Conil kamen.
Während des Gespräches mit Francisco, setzte sich ein deutsches Ehepaar zu uns und erzählten eine kleine Anekdote: Die beiden kommen schon seit 40 Jahren jedes Jahr 1 bis 2mal nach Conil. Damals wohnten sie im Hotel Flamenco, das erste Hotel in Conil für ausländische Touristen. Angeblich war der damalige Hoteldirektor etwas geizig und kaufte nur billigen, qualitativ schlechten Fisch. Viele Gäste flüchteten zu Francisco, wo sie zwar nicht so vornehm sitzen konnten, die einfachen Holztische standen damals alle mitten am Strand, dafür aber z.B. fangfrische Langustinos bekamen und genießen konnten.
Nach circa sieben Jahren endete die Zusammenarbeit von Francisco und Pedro, jeder betrieb nun sein eigene Bar, was sich bis heute nicht geändert hat – Das „Francisco La Fontanilla“ und direkt daneben„Restaurante Fontanilla“ .
Um Geld für die Familie zu verdienen arbeitete Francisco in St. Petri in der Thunfischfabrik (Chanca) und fuhr auch gelegentlich mit den Fischern aufs Meer. 1978 wurde der Hafen von Conil gebaut und die Boote am Strand von Fontanilla verschwanden, es kamen nicht mehr so viele Fischer in das Lokal, dafür aber um so mehr Touristen und auch Ausländer, die sich in Conil niederließen – so auch der Amerikaner Juan Capacha, der nicht nur Stammgast war sondern auch unzählige Momente und Menschen in dieser Zeit fotografiert hat.
Das Restaurant wurde Jahr für Jahr immer etwas erweitert und verschönert. Mittlerweile ist es vor allem durch seinen einzigartigen Standort direkt am Strand eine Institution, gerne besucht von immer wiederkehrenden Touristen sowie auch Einheimischen.

Francisco hat 4 Kinder und mittlerweile 8 Enkel. Sein Sohn Bartolo, der sein Handwerk von der Pieke auf von seinen Eltern gelernt hat leitet inzwischen das Restaurant und sorgt dafür, dass der traditionelle Stil der Gerichte nicht in Vergessenheit gerät ohne dabei neue, moderne Einflüsse zu vernachlässigen. Der mittlerweile über 80-jährige, rüstige und sympathische Francisco lässt es sich nicht nehmen im Lokal präsent zu sein und die Gäste an der Bar – dort, wo alles begann, immer herzlich zu bergrüßen.